Zur Startseite  
Terminfinder
Ausstellungen

Fortschritt! Frisch gepresst
17. Januar - 07. September 09:00 - 17:00

Kategorie: Ausstellung
mein reklame-fegefeuer. Herbert Bayer. Werbegrafik zwischen Bauhaus und Emigration
14. Mai - 26. Oktober 09:00 - 17:00

Kategorie: Ausstellung
Specials
 E-Mail schreiben  | Gästebuch  | Sitemap  | Druckversion |   |    | Das Gutenberg-Museum auf Facebook Hier twittert das Museum Hier RSS-Feed des Museums abonnieren | 23.04.2014
Sie sind hier :  Ausstellung >  Ostasien > 

Eiserne Wächter am Eingang zur Asienabteilung des Museums
Eiserne Wächter am Eingang zur Asienabteilung des Museums

Schrift und Druck in Ostasien

In kaum einem anderen westlichen Museum kann man umfassender als im Gutenberg-Museum die frühen Errungenschaften ostasiatischer Schrift- und Druckkultur betrachten. Durch archäologische Funde ist belegt, daß in China  Schrift seit dem 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung auf Knochen, Bronzen, Keramik und Stein angebracht wurde. Die Erfindung des Papiers, zuerst aus Hanffasern, dann aus Seidenlumpen, Maulbeerbaumrinde und anderen pflanzlichen Bestandteilen hergestellt, ist ins 2. Jahrhundert v. Chr. zu datieren. Das Papier bot die Möglichkeit, in viel umfassenderem Ausmaß zu schreiben und die schriftlich festgehaltenen Texte zu reproduzieren. Die Entwicklung der chinesischen Schrift  ist aufs engste verbunden mit den Utensilien Pinsel, Tusche, Reibstein und Papier. Man bemühte sich um handwerkliche Vervollkommnung der Gegenstände und um ihre äußerliche Gestaltung. Tusche wurde vorzugsweise aus dem Ruß verbrannter Kiefern hergestellt, der mit anderen Bestandteilen, vor allem Leim, zu einer Paste verarbeitet und dann getrocknet wurde. Zur Bearbeitung der Tusche mußte der so entstandene Tuschestein auf einem Reibstein unter Zufügung von Wasser wieder verrieben werden. Die Pinsel wurden in Pinselbechern aus glasierter Keramik oder anderen, oft sehr kostbaren Materialien aufbewahrt.

Vorstufen des Druckens

Historischer Setzkasten aus China
Historischer Setzkasten aus China

In der Han-Zeit (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) wurden religiöse Inschriften in rechteckige Tafeln aus Stein eingemeißelt, und man begann, davon Abreibungen bzw. Abklatsche auf Papier abzunehmen. Von hier war es nicht mehr weit zum nächsten Schritt, nämlich Texte aus chinesischen Schriftzeichen in Holztafeln zu schneiden und davon Abdrucke herzustellen (seit dem 7. Jahrhundert n. Chr.). Jedes Schriftzeichen mußte dafür sorgsam seitenverkehrt als Relief aus dem Holz herausgearbeitet werden. Holzdruckstöcke vermitteln einen Eindruck davon, wie in Ostasien Texte und Bilder über Jahrhunderte hinweg vervielfältigt wurden. Für den Farbholzschnitt sind vier chinesische Holztafeln zu sehen, beidseitig als Druckstock geschnitten, die zusammengedruckt eine komplexe farbige Szene ergeben.

Bewegliche Lettern vor Gutenberg
Um das Jahr 1040 experimentierte ein Mann namens Bi Sheng, so ist überliefert, mit beweglichen Druckstempeln aus Keramik, aus denen er Texte zusammensetzte und abdruckte. Sie wurden auf einer mit Wachs oder Harz bestrichenen Eisenform angeordnet, wodurch sie fixiert waren. Das Papier wurde über die eingefärbten Keramiklettern gelegt und von der Rückseite mit einer Art Rakel abgerieben, so daß sich die Farbe auf das Papier übertrug. Später wurden diese einzelnen Schriftstempel oder Lettern auch aus Holz angefertigt.

Lettern aus Metall

Metall-Lettern aus der Choson-Dynastie
Metall-Lettern aus der Choson-Dynastie

In Korea  wurden wohl zuerst bewegliche Lettern aus Metall (Kupfer, Blei oder Messing) hergestellt. Während sich das Drucken mit beweglichen Lettern in China bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht wirklich durchsetzen konnte, war es in Korea lange Zeit viel weiter verbreitet.

In China stand die ungeheure Vielzahl der Schriftzeichen dem Einsatz beweglicher Lettern entgegen, während in Korea im 15. Jahrhundert eine Reformschrift eingeführt wurde, die anfangs 28, schließlich nur noch 24 Zeichen umfaßte. Diese Schrift, Hangul, wurde im Jahre 1444 offiziell vorgestellt und konnte kraft der Autorität des Königs Sejong landesweit durchgesetzt werden.

Die Buchkunst Japans

Sho-Schriftzeichen
Sho-Schriftzeichen

Die Entwicklung und die Ausprägungen der japanischen Schrift werden in der Japan-Abteilung des Museums auf vier großen Schriftplakaten erklärt, die von der Firma Dai-Nippon gestiftet wurden. Zu den Kostbarkeiten, die in einer originalen japanischen Ausstellungsvitrine zu sehen sind, gehört eine »Dharani-Sutra«, eine vom Holzstock gedruckte buddhistische Textrolle, traditionsgemäß in einer kleinen Holzpagode aufbewahrt, aus der Nara-Zeit (710 bis 794), die um 770 datiert wird. Es handelt sich damit um einen der ältesten bekannten Holztafeldrucke der Welt.
Verschiedene illustrierte Bücher, die meisten aus der dem Museum gestifteten Sammlung von Kritter, dokumentieren die hohe Kunst des kolorierten Holzschnitts  und des Farbholzschnitts in der Buchillustration Japans.
Beispiele japanischer Bleisatzschriften, ebenfalls von der Firma Dai-Nippon gestiftet, veranschaulichen, wie seit 1890 die europäische Schriftherstellung Einzug in Japan gehalten hatte. Ein künstlerischer Höhepunkt sind kalligrafische Blätter des 1912 in Kyoto geborenen SHO-Kalligrafen Shiryu Morita. Nach meditativer Einstimmung wird in der SHO-Schreibkunst mit dem Einsatz des ganzen Körpers geschrieben, Gestik wird zur beseelten Form.


Schenkungen der letzen Jahre
Im Jahre 2006 wurde dem Gutenberg-Museum von Frau Bier aus Stegen bei Freiburg eine Sammlung ostasiatischer Druckmuster geschenkt.


Share |


 
Suche
 
News
> News-Archiv
Presse

... Hier finden Sie Presseinformationen über das Gutenberg-Museum

 
top | Gutenberg-Museum Mainz - Liebfrauenplatz 5 - 55116 Mainz | Impressum | © 2008