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Die Sammlung

Das eigentliche Exlibris-Sammeln im Gutenberg-Museum hat seinen Anfang Mitte des 20. Jahrhunderts, als Richard Doetsch-Benziger (1877-1958), Apotheker, Bücher- und Kunstliebhaber in Basel, dem Museum einige Dutzend E. schenkte. Darunter waren so außergewöhnliche Blätter wie das Holzschnitt-Wappen des Mönchs Hilprandus Brandenburg – eine der „Inkunabeln der E.kunst“ vom Ende des 15. Jahrhunderts – , Exlibris des 18. Jahrhunderts für Lavater, Nicolai und die Bibliotheca Palatina, eine Radierung von Piranesi oder eine kleine Radierung, die der junge Herr Goethe für seine Leipziger Freundin Käthchen Schönkopf geschaffen hatte.

1963 dann schenkte der Chemiker Dr. Willy Tropp (1884-1972), seinerzeit wohl bedeutendster E.sammler weltweit und erster Vorsitzender der deutschen Exlibris-Gesellschaft nach dem Kriege, dem Museum etwa 50.000 E., darunter viele hervorragende Blätter des Jugendstil und des Expressionismus. Sie wurden zum Herz- und Filetstück der heutigen Sammlung.

Alles, was an Künstlern Rang und Namen hatte, ist hier vertreten, oft beinahe mit dem vollständigen Exlibriswerk, so Hans Thoma, Max Klinger, Hanns Bastanier, Bruno Héroux, Alois Kolb, Heinrich Vogeler, Emil Orlik, Alfred Cossmann, Marcus Behmer, Willi Geiger, Otto Ubbelohde, Alfred Kubin, Franz von Stuck oder Franz von Bayros. Einzel-Blätter wie von Mucha, Slevogt, Marc, Liebermann, Kokoschka, Corinth, Masereel oder Schmidt-Rottluff setzen Glanzlichter.

Unter den Eignern finden sich gekrönte Häupter und Uralt-Adel, allen voran Kaiser Wilhelm II., Spaniens König Alfonso XIII. oder Queen Mary. Der polnische Kardinal Wyszynski oder der Erzbischof von Bukarest stehen für den Klerus. Aus Politik und Weltgeschichte sind Reichskanzler Bismarck, Clara Zetkin, US-Präsident Franklin D. Roosevelt und die französischen Präsidenten Poincaré und Tardieu genauso präsent wie Mussolini, Hitler und sein Stellvertreter Himmler. Die verschiedenartigsten Institutionen und Bibliotheken – Banken und Versicherungen, Buchhandel und Verlage, Firmen- und Werksbüchereien, Freimaurer und Studentenverbindungen, Vereine, Klöster und Kirchen, kommunale, staatliche, medizinische Einrichtungen und das Militär – sind durch ihre Exlibris vertreten, der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft und die Hebammen-Vereinigung Westchester ebenso wie das Royal College of Organists oder das Militärhistorische Institut Brasiliens, das Beamten-Erholungsheim der Stadt Köln und die Staatsbibliothek Aarhus, von Reichskanzlei und –musikkammer bis zum Bundesfinanzhof.

Ozean-Überflieger Charles Lindbergh, Asien-Forscher Sven Hedin, Verleger Carl Langenscheidt, Geschichtsphilosoph Oswald Spengler, Tierpark-Gründer Carl Hagenbeck, der „deutsche Darwin“ Ernst Haeckel und Albert Einstein, aber auch Max Reinhardt und große Mimen wie Tilla Durieux, Gustaf Gründgens und Josef Kainz, Komponisten wie Antonin Dvorák, (der eben wiederentdeckt werdende) Franz Schreker und die Pianistin Elly Ney sind in der Sammlung Tropp zu finden. Naturgemäß sind Dichter und Schriftsteller besonders zahlreich vertreten: Waldemar Bonsels, Otto Flake, K. H. Waggerl, Horst Wolfram Geissler, Will Vesper und René Schickele waren zu ihrer Zeit Lieblinge des Lesepublikums; Paul Valéry, Luigi Pirandello, Robert Browning, Peter Rosegger, Ludwig Ganghofer, Thomas Mann, Ernst Jünger, Thomas Carlyle, Charles Dickens, Arthur Schnitzler, Roda Roda, Arnold und Stefan Zweig, Conrad Ferdinand Meyer, Christian Morgenstern und Rainer Maria Rilke, Detlev Liliencron und Gabriele D´Annunzio, Maxim Gorki, Knut Hamsun und Selma Lagerlöf haben nichts von ihrer Wirkung eingebüßt.

1980 begann die Ordnung, Bearbeitung und Katalogisierung der Sammlung. Seither sind, fast ausschließlich durch Tausch und Schenkungen, mehr als 60.000 Exlibris hinzu gekommen, darunter Blätter für Bundeskanzler Helmut Kohl und Bundespräsident Walter Scheel, die – wie es oft geschieht – ohne ihr Wissen und ihren Auftrag Exlibris zugeeignet bekamen. Auch Vaclav Havel und Lech Walesa, Papst Johannes Paul II., so verschiedene Schriftsteller wie Andrej Sacharow, Ödön von Horváth und Luis Trenker, Sängerin Anneliese Rothenberger, die Schach-Weltmeister Gari Kasparow und Anatoli Karpow, die Modeschöpfer Giorgio Armani und Heinz Oestergaard, Hollywood-Star Doris Day sind vertreten.

Nur einmal hat bisher Claes Oldenbourg ein (Universal-)Exlibris ohne Namensvermerk gestaltet (1991) – das Gutenberg-Museum besitzt ein Exemplar. Neben solchen Kostbarkeiten sind aber auch Kuriositäten zu finden wie das „kleinste Exlibris der Welt“ oder ein Exlibris, zu dem ein Markknochen als Druckstock diente. Abdrucke auf Seide oder hauchdünnem Kork sind ebenso außergewöhnlich wie ein handgesticktes Exlibris oder Prägedrucke in Blindenschrift.

Erwähnenswert sind die Sammlung Erich Aber (ca. 6.000 vorwiegend skandinavische E.), die Schenkung Bernhard Kuhlmann (ca. 11.000 E. des 20. Jh.) und das Vermächtnis Gerd Meyer (mit ca. 1.500 Blättern dier weltweit umfangreichste Spezial-Sammlung für Schach-Motive). Das gebrauchsgraphische Werk von Ottohans Beier ist durch eine Dauerleihgabe der Töchter fast vollständig, das umfangreiche Exlibriswerk Hermann Hufferts wurde – durch dessen Töchter – ebenfalls fast komplettiert.

Besonderer Dank gilt allen KünstlerInnen und EignerInnen, die immer wieder ihre neuesten Blätter in die Sammlung geben. So besitzt das Gutenberg-Museum mittlerweile etwa 120.000 Exlibris von mehr als 7.000 Künstlern aus über 500 Jahren: auch heute noch eine der weltweit bedeutendsten öffentlichen Sammlungen. Ausgewählte E.-Motive oder –KünstlerInnen wurden in den letzten Jahren in zahlreichen Ausstellungen in- und außerhalb des Museums einem breiteren Publikum präsentiert.


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